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Schöpfungsverantwortung und Zukunft sichern

Ende März fand das erste Treffen der Next Generation im Jahr 2018 in Niederösterreich statt. Von 23. bis 24. März durften 25 Teilnehmer in Sierndorf am land- und forstwirtschaftlichen Betrieb von Nikodemus Colloredo-Mannsfeld am Next Generation Seminar teilnehmen. Die Schwerpunkte dieses Seminars befassten sich einerseits mit Family Governance als Mehrwert für Familie, Eigentum und Unternehmen und andererseits mit einem Familienbetrieb, der ein starkes Augenmerk auf die Biolandwirtschaft legt und einen Auwald entlang der Donau bewirtschaftet.

 

Der Weg nach der Ankunft im Hof der Naturverwaltung Colloredo-Mannsfeld führte für die Teilnehmer als erstes in eine gut geheizte Hofwerkstatt. In dieser durchaus besonderen Atmosphäre folgte ein spannender Vortrag über Family Governance. Als Referent stand Martin Apprich (Bereichsleiter für Family Management) vom österreichischen privaten Bankhaus Carl Spängler & Co. AG zur Verfügung. Das Bankhaus Spängler setzt sich unter anderem besonders mit Family Governance und Familien Management auseinander. Unternehmen, Familie und Eigentum sind in Familienbetrieben meist eng verflochten. Die drei Systeme greifen wie Zahnräder ineinander und können sich entscheidend auf die Familien- und Unternehmenssphäre auswirken. Mehr denn je erkannten die Teilnehmer, dass der Faktor „Familie“ im eigenen Betrieb das größte Potential aber auch die größte Gefahr sein kann. Daher gilt es Chancen zu nutzen und dennoch die eigene Familie und den eigenen Betrieb vor Risiken zu schützen wie zum Beispiel im Rahmen einer Family Governance mit dem Instrument einer „Familienverfassung“.

 

Nach dem sehr gelungenen Input des Experten ging es gestärkt an die Gruppenarbeit. Gruppen zu jeweils fünf Personen erarbeiteten das Thema Family Governance anhand eines einfachen Beispiels. Außerdem bot die Gruppenaufgabe die Möglichkeit, sich über persönliche Erfahrungen innerhalb der eigenen Familie auszutauschen und unterschiedliche Situationen und Lösungen kennenzulernen. Schlussendlich präsentierte jede Gruppe ihre möglichen Lösungen und Ansichten, welche dann gemeinsam diskutiert wurden.

 

Am Abend lud Gastgeber Nikodemus Colloredo-Mannsfeld zu Abendessen und Kamingespräch in sein privates Schloss ein.

 

Der Altabt des Stiftes Heiligenkreuz, Gregor Henckel-Donnersmarck, gab bei einem kurzweiligen Kamingespräch zunächst einen Einblick über das Erbe und das Erben. Er ging dabei auch auf die Schöpfungsverantwortung ein, die Land- und Forstwirte tragen und damit verbunden den schonenden Umgang mit der Natur. Schließlich berichtete er über seine persönlichen Erfahrungen als Abt. Denn er selbst war als Leiter eines Stiftes mit großen Betrieben jeweils in der Rolle des Übergebers und auch des Übernehmers. Im Gespräch beeindruckte Henckel-Donnersmarck alle mit seiner Weitsicht, Erfahrung, oft auch pragmatischen Ansätzen, aber auch mit seinen Denkanstößen.

 

Am nächsten Tag startete die mit Spannung erwartete Exkursion mit dem Eigentümer der Naturverwaltung, Nikodemus Colloredo-Mannsfeld und seinem Forstverwalter Wolfgang Peintinger. Die Next Generation besichtigte die Landwirtschaft, betriebliche Gebäude sowie den Auwald neben dem Kraftwerk Greifenstein. Sie erfuhren einiges über die Bewirtschaftung der Flächen, die Vermarktung der Produkte als auch über aktuelle Probleme mit der Esche und der Donauregulierung neben der Au. Die beiden Experten beantworteten die Fragen der Teilnehmer ausführlich. Als letzter Programmpunkt fand ein gemütliches Mittagessen in Sierndorf statt, um das Seminar gemeinsam ausklingen zu lassen.

 

Die Next Generation bedankt sich sehr herzlich beim Vortragenden Martin Apprich für den theoretischen und praktischen Abriss, bei Altabt Gregor Henckel Donnersmarck für die nachhaltigen Denkanstöße und bei Nikodemus Colloredo-Mannsfeld für die Großzügigkeit und Gastfreundschaft mit einem umfangreichen Einblick in einen spannenden Betrieb.

 

Bericht: Zeno Montecuccoli

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