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Möglichkeiten der Beteiligungsnachfolge in Familienunternehmen

Im Zuge der Unternehmensnachfolge müssen sich Übergeber neben der Führungsnachfolge mit dem Thema der Beteiligungsnachfolge auseinandersetzen. Dabei gibt es mehrere Alternativen, wer das Unternehmen in Zukunft besitzen wird: von der Nachfolge in der Familie, über die Hereinnahme eines Beteiligungspartners bis hin zum Unternehmensverkauf.

Der Umgang mit Anteilen am Familienunternehmen im Zuge der Übertragung an die nächste Generation ist eine Grundsatzfrage. Das oftmals früher verbreitete Prinzip des Thronfolgers (nur einer aus der Familie kann das Unternehmen besitzen) ist auf Grund des stark gestiegenen Unternehmenswertes und der damit verbundenen Abfindungsansprüche der weichenden Erben in manchen Fällen nicht mehr umsetzbar. Halten allerdings mehrere aus der Familie Anteile, ist die Gefahr der Zersplitterung von Generation zu Generation gegeben.

Grundsätzlich ist es in kleineren Unternehmen zu empfehlen, dass die Identität zwischen Geschäftsführungs- und Beteiligungsnachfolge zu suchen ist. Folgt ein Mitglied aus der Familie in der Führung nach und übernimmt die alleinige Verantwortung, so soll dieser das Unternehmen auch besitzen und alle Entscheidungen allein treffen können. Dies ist davon abhängig, ob weichende Nachkommen mit anderen Vermögenswerten abgefunden werden können. Hier gilt es, aktiv das Gespräch mit allen Familienmitgliedern zu suchen und eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten, um allfälligen Konflikten bei Abfindungen vorzubeugen. Zielführend ist es bereits zu Lebzeiten etwaige Pflichtteilsansprüche zu beachten und Pflichtteilsverzichte der weichenden Familienmitglieder einzuholen.

Können die Abfindungsansprüche nicht befriedigt werden oder wollen mehrere Familienmitglieder auch zukünftig am Unternehmen beteiligt sein, muss sich der erweiterte Gesellschafterkreis gut organisieren. Dabei empfiehlt sich die Erarbeitung eines Familienkodex als Regelwerk des Gesellschafterkreises, um insbesondere konfliktträchtige Themen in Schach zu halten.

In Österreich bietet sich auch die Möglichkeit an, die Problematik der Beteiligungsnachfolge über die Gründung einer Privatstiftung zu lösen.

Als weitere Alternativen der Beteiligungsnachfolge können die Hereinnahme eines strategischen oder eines finanziellen Investors von Bedeutung sein. Abhängig von der strategischen Grundausrichtung des Unternehmens können sich hierbei mögliche Synergiepotenziale ergeben.

Ist in einem Familienunternehmen kein geeigneter Nachfolger in der Führung vorhanden oder keines der Familienmitglieder interessiert, kann auch die Alternative des Unternehmensverkaufs als eine Art Vermögenstausch eine Rolle spielen. Wichtig ist es diese Alternative rechtzeitig anzudenken, um möglichst den richtigen Zeitpunkt für einen erfolgreichen Verkauf zu finden und den optimalen Preis zu erzielen.

In jüngster Zeit wird die Frage eines MBO´s (interessierte Mitarbeiter übernehmen die Anteile) vermehrt thematisiert. Der wesentliche kritische Erfolgsfaktor dabei ist die Finanzierung.

Für eine gelungene Übergabe des Familienunternehmens ist es von zentraler Bedeutung diese Fragestellungen der Beteiligungsnachfolge bewusst in der Familie zu diskutieren, um hier die beste Alternative zu finden.

Kastler Elisabeth 5810B4
Mag. Elisabeth Kastler, LLB.oec.

Mag. Elisabeth Kastler, LLB.oec. ist mit den rechtlichen Angelegenheiten im Family Management betraut und beschäftigt sich insbesondere mit den Themen Unternehmens- und Vermögensnachfolge, Familienkodex und dem österreichischen Stiftungsrecht.

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