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Zwölf Generationen High-Tech

Die Knill-Gruppe ist der Inbegriff eines traditionsreichen Familienunternehmens – auch wenn das heutige High-Tech-Portfolio das gar nicht vermuten lässt. Das Unternehmen wurde 1712 als Klingenschmiede gegründet und ist heute in zwölfter Generation in Familienbesitz – "geschmiedet wird heute noch immer“, sagt Christian Knill, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Georg führt. Nur sind es heute keine Säbel mehr, sondern unter anderem Komponenten für Stromleitungen. Die Knill Gruppe ist Spezialist für Infrastruktur in der Energieübertragung und für Sondermaschinenbau rund um Energie. 

Die Erfolgsgeschichte ist scheinbar eine von mühelosem Fortschritt. Digitalisierung und der Fachkräftemangel, die zentralen Herausforderungen für Familienunternehmen in unserer Zeit, machen sich allerdings auch bei den steirischen Energie-Pionieren bemerkbar.  

Digitalisierung als Chance
"Wir sehen Digitalisierung als Chance“, sagt Christian Kill. Für das High-Tech-Unternehmen stehen vor allem die positiven Seiten im Vordergrund. Damit ist nicht nur Automatisierung in der Fertigung gemeint, in der Energiebranche bahnen sich auch neue digitale Produkte ihren Weg. „Wir entwickeln gerade ein neues Service, das gesammelte Daten von Sensoren über Stromleitungen verfügbar macht. Damit können Energieversorger Kapazitäten genau planen und Probleme frühzeitig erkennen.“ Bei Endverbrauchern sind Smart Meter bereits häufiger zu finden, in der Übertragungsbranche hat sich das noch nicht etabliert. „Technisch sind wir schon sehr weit, aber die Energiebranche ist sehr stark reguliert – es wird noch einige Zeit brauchen, bis wir auch alles auf dem Markt ausgerollt haben. Für uns kommen Herausforderungen der Digitalisierung eher von dieser organisatorischen Seite als von der Technik.“  

HB Christian Knill
Zwei unabhängige Management Boards leiten die beiden rechtlichen Gesellschaften der Knill Gruppe – die Knill Energy Holding GmbH und die Rosendahl Nextrom GmbH. Beide voneinander unabhängige Gesellschaften befinden sich zu je 50 % im Besitz von Christian Knill und Georg Knill. Christian Knill stand dem Bankhaus Spängler für ein Interview zur Verfügung. Er spricht über Digitalisierung, Fachkräftemangel und Nachfolgeplanung. (Foto: Christian Knill/Knill Gruppe)

 

Herausforderung: Gute Fachkräfte
Fachkräfte sind für ein derart spezialisiertes Unternehmen schon eine weit größere Hürde. Dabei sieht Knill sowohl die Ausbildung als auch die Löhne in Österreich auf sehr hohem Niveau – trotzdem bleibt der Fachkräftenachschub hinter dem Wünschenswerten zurück. Und das ist kein rein österreichisches Problem: "Wir haben auch an unseren anderen Standorten, etwa in Rumänien oder in der Slowakei, Schwierigkeiten, ausreichend Leute zu finden.“  

In Österreich ist für Knill vor allem der Stellenwert der Ausbildung ein Thema. „Lehre ist für viele immer noch weniger wert als Matura – dabei gibt es auch schon viele Modelle, in denen sich die Matura mitmachen lässt. Und Berufseinsteiger mit abgeschlossener Lehre haben Maturanten, die eben ‚nur‘ eine sehr allgemeine Grundausbildung haben, doch recht viel voraus.“ Eigene Lehrlinge werden in der Knill Gruppe ebenfalls ausgebildet – trotzdem wäre noch mehr qualifiziertes Personal notwendig. „Unabhängig von allen Ausbildungen muss man sagen: Wir brauchen Zuzug für unsere Wirtschaft. Das heißt auch: Wer eine Ausbildung macht, sollte jedenfalls nicht abgeschoben werden – das kann ich nur auch der nächsten Regierung mitgeben.“  

 

Akquisitionen als Weg, um Wachstum und Unternehmensattraktivität zu steigern 
Ein weiterer Weg, Know-how ins Unternehmen zu bekommen, waren für die Knill Gruppe Akquisitionen. „Vor allem im Maschinenbau betreiben wir viel eigene Forschung und Entwicklung, im Energiesektor sind wir aber stark durch Akquisitionen gewachsen. Entscheidend sind dabei für unser Portofolio attraktive Produkte, aber auch die Positionierung auf dem Markt. Der stark regulierte Energiesektor entscheidet recht langsam – wenn da ein Mitbewerber schon weiter beim Kunden ist, dann ist das ein großer Vorteil, der für eine Kaufentscheidung ausschlaggebend sein kann.“  

Nachfolgeplanung 
Christian Knill selbst ist von den ersten Praktika an direkt in das Familienunternehmen hineingewachsen und führt die Gruppe jetzt mit seinem Bruder gemeinsam. Mit seinen vier Kindern durchläuft Knill gerade einen Nachfolgeplanungs-Prozess, um auch in der dreizehnten Generation eine solide Familienorganisation zu etablieren. „Meine Kinder sollten – anders als ich – außerhalb des Unternehmens Erfahrung sammeln. Und was mir auch wichtig ist: Meine beiden Töchter sollen die gleiche Chance haben wie die Söhne. Anders als meine Schwestern, die damals gleich ausbezahlt wurden.“  

 

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