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Unternehmensführung in Zeiten von Corona

Christoph Bründl, geschäftsführender Gesellschafter von Bründl Sports, ist überzeugt: "Wenn die See rau wird, zeigt sich, wer ein guter Kapitän ist." Er umgibt sich gerne mit zuversichtlichen Menschen und begegnet Herausforderungen mit Klarheit und Optimismus. Auf den Fachkräftemangel reagiert er mit vielen Extras und Weiterbildungsangeboten für sein Team. Das spricht sich herum und bringt automatisch neue Bewerber. 

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Christoph Bründl, geschäftsführender Gesellschafter der Sport Bründl GmbH

Genau 50 Tage dauerte der Corona-Lockdown in Österreich an, danach wurden sukzessive Lockerungsmaßnahmen ergriffen und der Sportartikelhandel durfte seine Pforten wieder öffnen. Einer Intersport-Händler-Befragung zufolge wurden für die Monate März und April Umsatzrückgänge im hohen zweistelligen Bereich im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Diese Einschätzung hat sich in den realen Umsätzen bei vielen Händlern bestätigt. Der E-Commerce konnte im Vergleich zur Vorperiode zwar deutlich zulegen, aber die Umsatzeinbrüche im stationären Einzelhandel nicht auffangen. 

 

Wie erlebte Bründl Sports die Corona-Krise? Mitte März 2020 wollte Bründl Sports eigentlich mit dem Umbau seines Flagship-Stores in Kaprun starten – dann kam die Corona-Pandemie dazwischen. Nach den ersten drei herausfordernden Wochen des Lockdowns konzentrierte sich das Familienunternehmen wieder voll und ganz auf seine Ziele und verfolgte diese mit viel Klarheit und Zuversicht. Statt in Schockstarre zu verfallen soll der Umbau nun doch durchgeführt werden. "Unser Ziel ist es, unser um- und ausgebautes Stammhaus in Kaprun im September 2021 neueröffnen zu können", so Bründl. Jetzt gehe es dem Familienunternehmen in erster Linie darum, durchzuhalten und für die Zeit nach Corona gerüstet zu sein. 

"Wenn die See rau wird, zeigt sich, wer ein guter Kapitän ist" ist der passionierte Segler Christoph Bründl überzeugt. Er ist kein Fan von Angst-Mache und umgibt sich gerne mit zuversichtlichen Menschen. Bründl Sports konnte zwischen Mai und August eine Umsatzsteigerung von 19 % erreichen. Für den Geschäftsführer steht der Sportartikelhandel vor allem in den Alpen unter positiven Vorzeichen: "Die Alpen sind ein sicherer Ort für Tourismus und Sportartikelhandel, gerade weil es ein wichtiges Bedürfnis der Menschen ist, hinaus in die Natur und auf die Berge zu gehen." Er sieht auch den Wintertourismus nicht in Gefahr, wenn auch ein anderes Ergebnis als vor zwei Jahren zu erwarten ist. 

Qualifizierte Mitarbeiter sind ein zentraler Erfolgsfaktor 

Geld lässt sich beschaffen, Menschen muss man gewinnen und Persönlichkeiten entwickeln. Das wissen Familienunternehmen nur zu gut: Die schwierige Suche nach dem passenden Personal bereitet ihnen aktuell kaum Sorgen. Dabei sind qualifizierte Mitarbeiter ein zentraler Erfolgsfaktor. Auch der Sportartikelverkäufer und -verleiher Bründl Sports ist in seinen knapp 30 Shops auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Bei Bewerbern wird vor allem darauf geachtet, dass sie leidenschaftlich gern mit Menschen arbeiten und Freude am Verkaufen haben. Natürlich ist der Fachkräftemangel auch bei Bründl ein Thema. Aber das Unternehmen scheint die Herausforderung besser zu bewerkstelligen als andere. Das liegt unter anderem daran, dass viele Mitarbeiter dem Betrieb treu sind: In den Jahresgeschäften kann die Firma auf langjährige Teammitglieder zählen und auch Saisonmitarbeiter kehren gerne zurück, wenn vorübergehend Stellen frei sind.

 

Mitarbeiter als Fan
Bei Bründl Sports muss man sich natürlich auch aktiv um neue Mitarbeiter kümmern. Das geschieht klassisch über Jobinserate auf der eigenen Website sowie über Anzeigen in sozialen Medien und Printmedien. Auch auf Employer Branding, also die gezielte Positionierung als attraktiver Arbeitgeber, wird gesetzt. Am wirkungsvollsten hat sich aber eine ganz andere Methode erwiesen: Die Rekrutierung von neuem Personal über bestehende Mitarbeiter. Das Unternehmen wird sehr häufig im Familien- oder Freundeskreis als Arbeitgeber weiterempfohlen. "Das macht vieles einfacher", sagt Geschäftsführer Christoph Bründl, der den Betrieb in zweiter Generation leitet. „Für den Bewerber ist so eine Empfehlung sehr glaubwürdig und er weiß, was ihn erwartet. Auch wir sind schneller überzeugt, weil der Bewerber schon auf unsere Kultur und unsere Werte eingestellt ist.“

 

Weiterbildung in der Bründl Akademie
Das wichtigste Werkzeug, um Fachkräfte anzuziehen und dauerhaft zu halten, ist die firmeninterne Weiterbildungsinitiative, die Bründl Akademie. Die „Lebensschule“ bietet aktuell rund 32 Workshops und Seminare an und umfasst Produkt- und Verkaufsschulungen ebenso wie Persönlichkeitstrainings. Darunter sind etwa Kurse zu Work-Life-Balance oder wertschätzender Kritikkultur. Aber auch ein mehrtägiger Naturworkshop, Schauspielseminare und Lachworkshops werden angeboten. „Ein ganz besonderes Seminar ist das Flirttraining“, hebt Christoph Bründl hervor. „Denn Verkaufen ist ja eigentlich Flirten mit wirksamer Körpersprache. Es geht um die Frage, wie man mit fremden Menschen in Kontakt kommt.“ Auch ein Meditationsseminar mit einem buddhistischen Mönch können die Bründl-Mitarbeiter absolvieren, um mehr Achtsamkeit, Leichtigkeit, Entspanntheit und Gelassenheit in ihr Leben zu bringen. Die Bründl Akademie wird vom gesamten Team sehr gut angenommen. „Ein hohes Motivationspotenzial für Mitarbeiter liegt sicher darin, dass wir Menschen ,zur Blüte’ bringen“, ist Christoph Bründl überzeugt. Es gehe darum, im Jobumfeld wirklich wachsen zu können. Und zwar nicht nur mit der Aufgabe, sondern auch als eigene Persönlichkeit. Die Devise bei Bründl lautet deshalb: „Wir bieten keine Arbeitsplätze an, sondern Entwicklungsplätze.“

Viele Extras für viel Leistung
Neben den Weiterbildungsangeboten in der Bründl Akademie profitieren die Mitarbeiter von vielen weiteren Extras. Sie erhalten unter anderem Sportartikel zu Sonderpreisen, können sich kostenlos Skier ausborgen und bekommen Liftkarten. Auch zum Mittagessen oder zur Mitgliedschaft im Fitnessstudio steuert das Unternehmen etwas bei. Bei gemeinsamen Firmenevents wird das Miteinander gestärkt. Wer nur während der Saison tätig ist, kann bei Bedarf in eine Mitarbeiterwohnung ziehen. „Wir bieten mehr als ‚nur‘ ein Gehalt. Bei uns wird der Mitarbeiter als ‚Mensch‘ angesehen“, fasst es Christoph Bründl zusammen. „Diese Haltung wird geschätzt. Der Dank, den wir dafür bekommen, zeigt sich in einem erhöhten Engagement.“ Das wiederum steigert den Erfolg: Authentische Menschen vermitteln eher Emotionen als starre Verkäufer und sind oft sogar das entscheidende Kaufargument. Trotz aller Services und Leistungen für die Mitarbeiter will das Unternehmen nicht als „Party-Schiff“ wahrgenommen werden. „Wir geben verdammt viel, im Gegenzug erwarten wir aber auch Spitzenleistung, Disziplin und Konsequenz.“

 

Fachkräftemangel als große Herausforderung 
Der Fachkräftemangel wird als große Herausforderung wahrgenommen. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie „Erfolgreiche Familienunternehmen machen es anders“, die von Joshua Consulting in Kooperation mit dem Bankhaus Spängler veröffentlicht wurde. Aus einer PwC-Umfrage geht hervor, dass für 95 Prozent der Unternehmen die Fähigkeit, die besten Talente anziehen und halten zu können, entscheidend sei. Laut einer Studie von Ernst & Young finden 83 Prozent der österreichischen Mittelstandsunternehmen jedoch keine geeigneten Fachkräfte. 

 

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>> Familienunternehmen gelten als Wirtschaftsmotor. Warum einige letztlich erfolgreicher agieren als andere haben das Bankhaus Spängler und Joshua Consulting in einer Studie untersucht. Zur Studie "Erfolgreiche Familienunternehmen machen es anders".

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