Publikationen Newsletter Registrieren Anmelden

Familienunternehmen auf dem Sprung in die digitale Zukunft

Wie digital sind Österreichs und Deutschlands Familienunternehmen? Dient die Corona-Krise als Beschleuniger der Digitalisierung und was hat sich dadurch verändert? Die Digitalisierung betrifft jedes Unternehmen. Aber wie passen digitaler Wandel und Familienunternehmen zusammen? Gut – sogar sehr gut.  

Die Kommunikation wird digitaler

Wenn es etwas Positives gibt, das man der Coronakrise abgewinnen kann, ist es die Beschleunigung der Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft. Denn „Social Distancing“ gelingt nur durch einen hohen Grad an Digitalisierung. Innerhalb kürzester Zeit wurde bewerkstelligt, dass Mitarbeiter und Kunden digital miteinander kommunizieren. 

Umstellung auf Home Office binnen kürzester Zeit
Die Digitalisierung wurde durch Corona zweifellos beschleunigt. Am offensichtlichsten wird dies im rasanten Anstieg von Home Office-Lösungen und zwar in einer Geschwindigkeit, die zuvor unvorstellbar schien. 82 Prozent der Unternehmen haben innerhalb weniger Tage die technischen Voraussetzungen für nahezu flächendeckendes Home Office geschaffen. Lag der Anteil der Home-Office-Lösungen bei österreichischen KMUs im Jahr 2017 noch bei 58 Prozent, stieg diese Zahl im Jahr 2020 laut einer Flexible Working Studie von Deloitte auf 96 Prozent. 84 Prozent der Befragten nutzen seitdem auch digitale Kommunikationskanäle mehr als zuvor. 

 

Dies führt zu nachhaltigen Verhaltensänderungen und auch Handlungsbedarf: Mehr als 80 Prozent der Unternehmen erwarten, dass Home Office dauerhaft ansteigen wird. Auch die Frage, ob ein persönliches Meeting tatsächlich notwendig ist, steht mehr im Fokus. Damit mobiles Arbeiten gelingt, braucht es klare Spielregeln: Der Umgang mit Home Office und die Erwartungen an die Erreichbarkeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ist klar zu kommunizieren. 

Digitale Veranstaltungen
Durch die Ausbreitung des Coronavirus ist das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen gekommen und Veranstaltungen wurden abgesagt. Online-Veranstaltungen schaffen Abhilfe und gewinnen dadurch an Bedeutung. Martin Apprich aus dem Bankhaus Spängler berichtet über den Einsatz von Videokonferenzen bei Veranstaltungen. Ist die Atmosphäre tatsächlich virtuell-persönlich oder noch etwas holprig?  

 

„Die Technik bei unseren Online-Veranstaltungen funktioniert sehr solide. In der Moderation ist es wichtig, die Spielregeln gleich zu Beginn festzuhalten. Die Vorteile liegen darin, dass ein Austausch möglich ist, ohne dass einer der Teilnehmer viel Zeit aufwenden muss. Das (informelle) Netzwerken kommt natürlich zu kurz und kann durch ein solches Format nicht ersetzt werden.”


pic Martin Apprich StatementDr. Martin Apprich, 

Bereichsleiter Family Management im Bankhaus Spängler 

 

Österreich im EU-Vergleich
Laut einer Bestandsaufnahme zur Digitalisierung des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort kann sich Österreich im europäischen Vergleich im oberen Mittelfeld positionieren: Beim Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) belegt Österreich aktuell Rang 13 von 29. Gute Bewertungen erzielt Österreich bei den Aspekten „Humankapital“ (Internetnutzung und Digitalkompetenzen der Bevölkerung, Informations- und Kommunikationstechnik-Fachkräfte und AbsolventInnen der Studiengänge Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), bei der Nutzung digitaler Dienste durch Unternehmen und beim E-Government. Nachholbedarf besteht unter anderem bei der Konnektivität, insbesondere bei der Breitbandnutzung. 

 

Digitale Lerneffekte
Die digitale Transformation unserer Gesellschaft gewinnt aktuell an Dynamik. Gerade Länder wie Österreich und Deutschland gelten bei der Umsetzung neuer Technologien tendenziell eher als zurückhaltend. Situationsbedingt lernen viele Mitarbeiter und Führungskräfte in Wirtschaft und Verwaltung sehr rasch mit neuen Technologien umzugehen. Auch das Aus- und Weiterbildungsangebot verändert sich zunehmend und wird digitaler, genauso wie die Nutzung von digitalen Angeboten im privaten Bereich. Digitale Fitnessstudios etwa boomen gerade und der Online-Handel steigt rasant an. Und das nicht nur bei bestehenden Online-Shops und Streaming-Anbietern, sondern auch im Lebensmitteleinzelhandel, bei lokalen Händlern und Produzenten und beim Konsum von Kulturangeboten.  

Flexible Working Infografik 2020
Quelle: Studie von Deloitte in Kooperation mit der Universität Wien und der Universität Graz. 

 

Auch auf die Unternehmensführung haben Krisensituationen eine Auswirkung. Berater Axel Becker rät daher: "Der Schlüssel zum Erfolg ist in der Tat nicht die Angst, denn die lähmt Unternehmen in Krisen automatisch. Der Schlüssel zum Erfolg ist vielmehr die Zuversicht, die Aussicht und die Fähigkeit zur Lösung und Bewältigung der Krise." 


Unternehmen sind jetzt gefordert, ihre Lehren aus der Krise zu ziehen und sich an die sich verändernden Ansprüchen anzupassen. Werden die richtigen Lehren aus dieser herausfordernden Zeit gezogen, kann die internationale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Aber wie können wir es dennoch schaffen, die persönliche Nähe zum Kunden aufrechtzuerhalten? 

Rennaisance der Nähe 

Auch für das Bankhaus Spängler war der Lockdown eine Herausforderung, „aber das Krisenmanagement hat funktioniert. In kurzer Zeit wurden 85 Prozent der Mitarbeiter ins Homeoffice verlagert oder auf verschiedene Standorte aufgeteilt“, sagt Vorstandssprecher Dr. Werner Zenz. 

 

Die Coronakrise hat sich sowohl bei den Mitarbeitern als auch bei den Kunden als Beschleuniger für die Digitalisierung erwiesen. Die erzwungene Distanz bringt aber auch eine „Renaissance der Nähe“ mit sich, wie es Zenz formuliert. „Die Kunden suchen bewusst den Kontakt zu ihrem Berater, jetzt eben auch über Video. So nahe wie jetzt waren wir noch nie am Kunden“, sagt Zenz. 

 

„Der persönliche Kontakt ist nicht wegzudenken und spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um das Thema Vertrauen geht. Der Einsatz von Technik kann zwar vieles erleichtern, der Mensch und die sozialen Kontakte sind jedoch nicht ersetzbar.”

 
pic Werner Zenz Statement
Dr. Werner G. Zenz,
Sprecher des Vorstandes im Bankhaus Spängler 

 

Beratung für Familienunternehmen: 
Nutzen Sie unsere Beratungsdienstleistungen

Bankhaus Carl Spängler & Co. AG
Schwarzstraße 1, 5020 Salzburg 
Tel.: +43 662 8686 4015
Fax: +43 662 8686 4098
E-Mail: bankhaus@spaengler.at

 

www.spaengler.at