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Kommunikation als Anker für ein konstruktives Miteinander

In Familienunternehmen gibt es zahlreiche konfliktträchtige Themen, die zu Spannungen innerhalb der Familie führen können. Umso wichtiger ist es, durch die Festlegung von Spielregeln die Kommunikation untereinander in die richtigen Bahnen zu lenken.

Welches Mitglied eines Familienunternehmens kennt nicht jene Fallen, die eine schlechte oder unüberlegte Kommunikation für Konfliktpotentiale bereit hält?

  • Die Zurufe zwischen Tür und Angel.
  • Der falsche Ton zum falschen Zeitpunkt.
  • Die mangelnde Bereitschaft des Gegenübers, einfach einmal zuzuhören.
  • Das Abrutschen von Inhalten auf die persönliche Ebene.
  • Die Sprache in eingeübten Verhaltensmustern.

All diese Situationen und Beispiele führen dazu, dass Kommunikation auf falschen Ebenen und mit falschen Inhalten stattfindet. Als Ergebnis ist festzustellen, dass genau in der Sache selber kein Ergebnis erzielt wird. Vielmehr bauen sich Konflikte auf, die eine Lösung erfordern.

Kommunikation in Familienunternehmen wird umso schwieriger, wenn nicht nur vom „Chef zum Angestellten“ gesprochen wird. Gleichzeitig spricht der Vater zur Tochter oder die Mutter zum Sohn. Die Rollen aus dem System „Familie“ werden automatisch im System „Unternehmen“ übernommen.

 

                                     Schulz3

 
Die Vereinbarung von Verhaltensregeln für die Kommunikation spielt in Familienunternehmen vor allem in den beiden angeführten Themenbereichen eine entscheidende Rolle:

  • im Umgang miteinander zur Vermeidung von Konfliktsituationen
  • zur Umsetzung von unternehmensinternen Veränderungsprozessen 

Für den ersten Fall werden regelmäßig bei der Erarbeitung eines Familienkodex und/oder bei Begleitung der Nachfolge gemeinsam Regeln vereinbart, wie sich die Familienmitglieder zueinander in der Kommunikation in Bezug auf das Unternehmen verhalten wollen. Im Zuge dessen kommt es oftmals zur Vereinbarung ganz banaler Verhaltensregeln, wie zum Beispiel: „den anderen ausreden lassen“, „auf einer Ebene miteinander sprechen“, „sich füreinander Zeit nehmen“, usw.
Die Praxis zeigt, dass diese Vereinbarung ganz einfacher Kommunikationsregeln bewirkt, dass kritische Themen deutlich lösungsorientierter abgearbeitet werden können.

 

Ist einmal ein Konflikt aufgetreten, kostet es ungleich mehr Aufwand, diesen wieder aus dem Weg zu räumen. Dies führt im Ergebnis in letzter Konsequenz dazu, dass die Begleitung durch eine Mediation oder eine ähnliche Methode zur Konfliktlösung notwendig wird.

 

Die Wichtigkeit der Kommunikation für den zweiten Themenbereich veranschaulicht folgendes Bild:

 

                                           Stufen                     

 

Geplante Kommunikation erfordert die Überwindung folgender Filter:

  • weil etwas gesagt wurde ist es noch nicht gehört
  • wenn etwas gehört wurde ist es noch nicht verstanden
  • wenn etwas verstanden wurde erzeugt das noch kein Wollen
  • das Wollen erfordert ein Können
  • erst mit dem Können kann ein Tun veranlasst werden – und führt damit zu einem messbaren Ergebnis

Darin ist zu erkennen, wie schwierig es ist, Veränderungsprozesse in messbare Ergebnisse zu verwandeln. Eine richtige und geplante Kommunikation ist dafür der unersetzliche Wegbereiter.

Im Ergebnis ist daher festzuhalten, dass eine offene, ehrliche und bewusste Kommunikation

  • als Schlüssel zur effizienten Gestaltung von Veränderungsprozessen wirkt,
  • möglichen Konflikten in der Familie vorbeugt und damit dazu beiträgt, Ressourcen und Energien an der richtigen Stelle zu verwenden,
  • letztlich den Familienmitgliedern eine friedvolle und erfolgreiche Koexistenz sowohl im System „Unternehmen“ als auch im System „Familie“ ermöglicht.
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Dr. Martin Apprich

Dr. Martin Apprich leitet den Bereich Family Management im Bankhaus Spängler. Neben dem Schwerpunkt Immobilien als geprüfter Immobilientreuhänder und Geschäftsführer der Spängler Immobilien GmbH liegt der Beratungsfokus auf den Dienstleistungen Familienkodex und Unternehmensnachfolge.

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