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Familienangelegenheit Unternehmensnachfolge

Meissl-Schirme findet man rund um die Welt: Hermine Meissl ist seit über 25 Jahren Chefin, obwohl das weder geplant noch gewünscht war. Für ihre beiden Töchter plant sie das anders – und gestaltet den Übergabeprozess auch als Familienzeit.  

"Es war eine andere Zeit.“ – Hermine Meissl sieht sehr gelassen zurück. Heute ist sie Chefin eines Salzburger Vorzeigebetriebs mit über fünfzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Als sie aber 1989 in das Unternehmen des Vaters eintrat, sah dieser sie ganz und gar nicht als Nachfolgerin in seinem traditionellen Schlossereibetrieb. 

Vom Tüfteln zu Forschung und Entwicklung
Die Meissl GmbH ist heute der führende Produzent von Überdachungslösungen mit Großschirmen und Schirmbars mit Windwandsystemen für Gastronomie, öffentliche Plätze bzw. Kommunen oder Erholungsbereiche für Mitarbeiter in Unternehmen. Speziallösungen für fast jede Anforderung, die Wind und Wetter trotzen und sich an praktisch alle Gegebenheiten anpassen, haben das Unternehmen groß gemacht. Auf dem Weg dorthin steckte Firmengründer Johann Meissl viel Zeit in Entwicklung und technische Tüftelei; in enger Zusammenarbeit mit Gastronomen entwickelte er damals einzigartige Produkte und die mittlerweile weltweit bekannte Schirmbar.

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Großschirme, Windwände und Schirmbars der Meissl GmbH machen es möglich, Freiluftflächen bei jeder Witterung zu nutzen. Auch in Cafés und am Strand sind die Schirme von Meissl im Einsatz. (Fotos: Firma Meissl)

"Der Nachfolger vom Senior sollte eigentlich Techniker sein ..."
Aufgrund dieser hohen Anforderungen an Funktionalität und technischer Problemlösung war daher für Johann Meissl klar: Sein Nachfolger müsste ein Techniker sein. Nach und nach wurden aber die kaufmännischen und organisatorischen Belange, die Tochter Hermine mittlerweile abdeckte, mindestens ebenso wichtig. Der Senior ist mittlerweile 80, die meisten Produkte des Unternehmens beruhen noch immer auf seinen Entwicklungen. Aufgrund des Erfolgs und des Wachstums hat Hermine Meissl die Firma entsprechend strukturiert. In allen Bereichen gab es Erweiterungen, sei es personell, technisch und räumlich.

Mittlerweile sorgt ein eigenes auf Forschung und Entwicklung ausgerichtetes Tochterunternehmen für Innovationen. Die Kundenanforderungen werden immer umfangreicher und der Exportanteil von über 50 Prozent mit seinen länderspezifischen Details bringt zusätzliche Komplexität in den Meissl-Alltag.  „Wir arbeiten ausschließlich im Projektgeschäft. Da taucht praktisch jedes Mal eine neue Herausforderung auf“, erzählt Hermine Meissl. Meist werden die Basisprodukte direkt im Projekt kundenspezifisch weiterentwickelt und angepasst. Zusätzlich gibt es aber eigene Forschungsprojekte, die im Tochterunternehmen abgewickelt werden. Hierfür arbeitet ein Netzwerk an Spezialisten aus den unterschiedlichsten Fachbereichen projektbezogen zusammen. 


4panoramaschirmbar
Im Skigebiet von Obertauern wurde kürzlich die erste Panoramaschirmbar eröffnet. Meissl hat eine besondere Form der Schirmbar entwickelt, die Schutz und Sicht geschickt kombiniert: Bei der Panoramaschirmbar umrahmt ein umlaufendes, festes Glasdach den aufgespannten Großschirm.

Übergaben brauchen Zeit
Seit kurzem führt zusätzlich ein Geschäftsführer die technischen Belangen im Unternehmen. Der Grund dafür liegt allerdings nicht nur in der technischen Komplexität der Produkte: Meissl bereitet das Unternehmen bereits auf eine eventuelle Übergabe vor. „In meinem Fall gab es nach der erfolgten Übergabe einen Wechsel in der Geschäftsführung, auf den wir nicht vorbereitet waren.“ Funktioniert hat die Übergabe trotzdem sehr gut, weil es über einen langen Zeitraum eine intensive Zusammenarbeit zwischen Gründer und Nachfolgerin gab.

Meissl plant und gestaltet die Übergabe derzeit mit externer Hilfe. Mit Beratern des Bankhaus Spängler wurde bereits 2015 ein Übergabeprozess gestartet, im Zuge dessen ein entsprechender Stufenplan erarbeitet wurde. „Wir haben da noch viel Zeit“, sagt Meissl. „Aber ich denke: Je mehr Zeit man diesem Prozess investiert, desto besser und gesünder gestaltet er sich.“ Ihre Töchter sind 21 und 24, sie sammeln derzeit Erfahrung außerhalb des Unternehmens.

Der Übergabeprozess als Zeit für die Familie
Ob eine der Töchter das Unternehmen übernehmen möchte, ist noch vollkommen offen. „Für den Übergabeprozess ist das auch egal“, sagt Meissl. „In einer Unternehmerfamilie müssen sich Kinder mit dem Unternehmen beschäftigen – egal ob sie es übernehmen, verkaufen oder mit externem Management weiterführen werden. Dazu muss man sie frühzeitig einbinden und sie alle Optionen kennenlernen lassen.“ Die gemeinsame Arbeit an der Zukunft eines Unternehmens erleichtert es schließlich auch, die Kinder auf diese verantwortungsvolle Entscheidung und Aufgabe heranzuführen, „und wir genießen diese gemeinsame Zeit und Entwicklung.“ 

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Bankhaus Carl Spängler & Co. AG
Schwarzstraße 1, 5020 Salzburg
Tel.: +43 662 8686 4089
Fax: +43 662 8686 4098
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