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Die Mitarbeit von Familienmitgliedern in Familienunternehmen

Die Mitarbeit von Familienmitgliedern im eigenen Unternehmen birgt oftmals ein hohes Konfliktpotential in sich. Werden grundsätzliche Rahmenbedingungen dazu in der Familie nicht einvernehmlich geregelt, kann dies zu erheblichen Spannungen, zwischen Familienmitgliedern und auch zu wirtschaftlichem Schaden im Unternehmen führen.

Bei der Erstellung eines Familienkodex wird diesem Thema daher ausreichend Platz gewidmet und verbindliche Regelungen dazu vereinbart. Grundsätzlich ist abzuklären, in welcher Position ein Familienmitglied eine Mitarbeit im Unternehmen anstreben kann und ob dies von den Eigentümern überhaupt gewünscht wird.

Es können dazu folgende Ebenen der Mitarbeit von Familienmitgliedern im Unternehmen unterschieden werden:

  • Übernahme einer Geschäftsführungsposition
  • Einstieg als normaler Mitarbeiter (evtl. mit Führungsfunktion)
  • sonstige Tätigkeiten von Familienmitgliedern (zB Ferialpraktikant, Projektarbeit, Werkvertrag)

Gerade in größeren Unternehmen ist oftmals festzustellen, dass die Eigentümer beschließen, keine Mitarbeit im Unternehmen vorzusehen. In diesem Fall kommt es besonders in der Geschäftsführung zur Fremdbesetzung durch externe Manager.

Sollte eine Besetzung der Geschäftsführung durch Familienmitglieder erwünscht sein, werden oftmals objektive Kriterien definiert, die in diesem Fall zu erfüllen sind. Aus der Praxis kann beispielsweise von folgenden Voraussetzungen berichtet werden:

  • abgeschlossene, spezifische Ausbildung bzw. Studienrichtung
  • kaufmännische Ausbildung, soziale Kompetenz
  • mehrjährige Ergebnis- und Führungserfahrung, im Idealfall außerhalb des eigenen Unternehmens
  • Umfang und Höhe der Vergütung im Fremdvergleich

Teile der oben genannten Kriterien werden auch angewendet, wenn es um die normale Mitarbeit von Familienmitgliedern im Unternehmen geht. Bei sonstigen Tätigkeiten ist meistens eine einfachere Handhabung zu beobachten, auch weil durch ein Praktikum die Heranführung der nächsten Generation an das Unternehmen gefördert werden kann.

Besondere Regelungen werden auch gerne zum Thema der Mitarbeit von Ehegatten in Familienunternehmen getroffen. Gerade in diesem Bereich verbergen sich Konfliktrisken, insbesondere dann, wenn das Unternehmen bereits in der zweiten oder dritten Generation geführt wird und mehrere Familienmitglieder im Unternehmen mitarbeiten.

Allen Themen zur Mitarbeit ist gemein, dass die Entscheidung zur Mitarbeit an formelle Zustimmungserfordernisse durch die Geschäftsführung oder sogar durch den Kreis der Gesellschafter (gelegentlich auch bloße Informationspflichten) gebunden wird.

Insgesamt gilt daher: Das Thema und ein entsprechendes Prozedere sollten jedenfalls strukturell geregelt sein. Im Rahmen der Erstellung eines Familienkodex wird diesem Thema besondere Aufmerksamkeit gewidmet und einer gemeinsam erarbeiteten Regelung zugeführt. Mögliche Konfliktpotentiale werden damit deutlich entschärft.

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Dr. Martin Apprich

Dr. Martin Apprich leitet den Bereich Family Management im Bankhaus Spängler. Neben dem Schwerpunkt Immobilien als geprüfter Immobilientreuhänder und Geschäftsführer der Spängler Immobilien GmbH liegt der Beratungsfokus des Bereichsleiters auf den Dienstleistungen Familienkodex und Unternehmensnachfolge.

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