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Herausforderungen bei wachsender Eigentümerzahl in Familienunternehmen


Im Laufe der Zeit ist die Struktur der Anteilseigner an Familienunternehmen naturgemäß Änderungen unterworfen. Wurde das Unternehmen einst von einer Person gegründet, so erweitert sich über die Generationen üblicherweise der Kreis der Eigentümer um die Nachkommen.

Die untenstehende Grafik veranschaulicht die oftmals auftretende Entwicklung:

                                           Eigentuemerstruktur2


Diese Entwicklung ist durch eine wachsende Zahl an Gesellschaftern geprägt. Speziell in Deutschland ist das „Thronfolgerprinzip“ bekannt, nach dem immer nur eine Person aus der Folgegeneration die Nachfolge in der Unternehmensbeteiligung (und –führung) antreten kann.


Der Übergang in eine Geschwister- oder Nichten/Neffen-Gesellschaft ist mit zahlreichen Gefahren für Konfliktpotentiale verbunden. Beispielsweise lassen sich dabei aus der Erfahrung folgende Tendenzen erkennen:

  • divergierende Interessen
  • wachsende Ansprüche
  • wachsende Entfernung 1. vom Unternehmen und 2. voneinander

In der Praxis hat die wachsende Entfernung vom Unternehmen vor allem darauf Einfluss, wie sehr sich die Eigentümer dem gemeinsamen Erbe (noch) verbunden fühlen. Bestehen noch gemeinsame Werte und Visionen für das Familienunternehmen? Ist das Hauptinteresse (nur noch) im Erhalt einer jährlichen Ausschüttung gelegen? Wissen die Geschäftsführer, was die Eigentümer denken und welche Ziele verfolgt werden?

Es ist auch zu beobachten, dass eine wachsende Entfernung der Familienmitglieder voneinander zu divergierenden Interessen in Bezug auf das Unternehmen führt. Spannungen entstehen naturgemäß und primär zwischen im Unternehmen tätigen und nicht tätigen Gesellschaftern. Die Rollen der einzelnen Beteiligten und damit die Erwartungshaltungen sind einfach sehr unterschiedlich.

Die Erstellung eines Familienkodex kann helfen, für eine Stabilisierung des für den langfristigen Erfolg als Familienunternehmen wesentlichen Faktors „Familie“ zu sorgen. Für ein im Hinblick auf die Gesellschafter diversifiziertes Unternehmen bringt ein Familienkodex folgenden Nutzen:

  • Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses, wie sich alle Familienmitglieder dem gemeinsamen Unternehmen verpflichtet fühlen.
  • Klare gemeinsame Visionen, basierend auf der Geschichte und auf den Erfolgsfaktoren der vorherigen Generationen.
  • Ein einheitliches Auftreten gegenüber den Geschäftsführern, Mitarbeitern und Steakholdern des Unternehmens bringt Stabilität und Kontinuität mit sich.

Die wachsende Anzahl an Eigentümern birgt viele Risiken in sich. Die Erarbeitung eines Familienkodex bietet die Chance, die sich daraus ergebenden Herausforderungen zu meistern und dem Familienunternehmen auch für die Zukunft die notwendige Stabilität zu verleihen.

 

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Dr. Martin Apprich

Dr. Martin Apprich leitet den Bereich Family Management im Bankhaus Spängler. Neben dem Schwerpunkt Immobilien als geprüfter Immobilientreuhänder und Geschäftsführer der Spängler Immobilien GmbH liegt der Beratungsfokus des Bereichsleiters auf den Dienstleistungen Familienkodex und Unternehmensnachfolge.

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